Vorhandene Aufbewahrung besser nutzen im Alltag
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Der Korb im Flur ist voll, die Küchenschublade klemmt und in einer Box liegen Dinge, die jedes Mal erst durchsucht werden müssen. Vorhandene Aufbewahrung besser nutzen bedeutet in solchen Situationen nicht unbedingt, schöner zu sortieren oder neue Organizer zu kaufen.
Oft reicht es, genauer zu prüfen: Was wird hier wirklich aufbewahrt? Wie häufig wird es gebraucht? Und liegt es überhaupt dort, wo es im Alltag sinnvoll ist?
Wer diese Fragen zuerst beantwortet, findet häufig Lösungen mit dem, was bereits zu Hause vorhanden ist.
Nicht jede Unordnung ist ein Aufbewahrungsproblem
Ein überfülltes Fach kann unterschiedliche Ursachen haben:
- Es liegen zu viele Dinge darin.
- Einige Gegenstände gehören eigentlich an einen anderen Ort.
- Häufig und selten Genutztes ist vermischt.
- Die Aufteilung passt nicht zu den tatsächlichen Abläufen.
Eine zusätzliche Box löst diese Probleme nicht automatisch.
Beginne deshalb mit nur einem kleinen Bereich: einer Schublade, einem Regalbrett oder einer Ablage.
Schau zuerst auf die Gegenstände:
- Was wird regelmäßig benutzt?
- Was gehört eigentlich in einen anderen Raum?
- Was ist doppelt vorhanden?
- Was ist kaputt oder wird nicht mehr benötigt?
- Was darf bleiben, braucht aber keinen leicht erreichbaren Platz?
Es geht nicht darum, radikal auszusortieren. Ein selten benötigtes Ladekabel darf selbstverständlich bleiben. Es muss nur nicht denselben bevorzugten Platz beanspruchen wie Dinge, die täglich gebraucht werden.
Vorhandene Aufbewahrung besser nutzen: den Alltag beobachten
Gute Aufbewahrung fällt im Gebrauch kaum auf. Du greifst zu, benutzt etwas und kannst es ohne großen zusätzlichen Schritt wieder zurücklegen.
Beobachte deshalb, wo Dinge tatsächlich landen.
Vielleicht bleibt die Tasche regelmäßig auf einem Stuhl, obwohl im Flur ein Platz vorgesehen ist. Die Post sammelt sich auf der Küchenplatte, weil die eigentliche Ablage zu weit entfernt liegt. Küchenutensilien wandern auf die Arbeitsfläche, weil ihre Schublade schwer zugänglich ist.
Solche Muster zeigen häufig, dass Aufbewahrungsort und Alltag nicht zusammenpassen.
Manchmal genügt es, den Inhalt zweier Fächer zu tauschen. Häufig genutzte Dinge können in leicht erreichbare Bereiche wandern, während selten benötigte Gegenstände weiter hinten, höher oder an einem anderen geeigneten Ort aufbewahrt werden.
Wenn du häufiger nach bestimmten Dingen suchst, hilft auch der Ratgeber Feste Plätze im Alltag schaffen.
In Funktionen statt in Behältern denken
Viele Haushalte besitzen bereits ausreichend Schubladen, Körbe, Schalen und Fächer.
Hilfreicher als mehr Behälter ist häufig eine klare Aufgabe für einen Bereich.
Zum Beispiel:
- Dinge zum Mitnehmen beim Verlassen der Wohnung;
- Post, die noch bearbeitet werden muss;
- häufig genutzte Kochutensilien;
- aktuelle Vorräte;
- Reserveprodukte;
- Gegenstände, die nur gelegentlich gebraucht werden.
Im Flur muss nicht jede Jacke, Tasche und jedes Paar Schuhe dauerhaft griffbereit stehen. Oft funktioniert der Bereich besser, wenn dort hauptsächlich das bleibt, was aktuell regelmäßig benutzt wird.
In der Küche kann es sinnvoll sein, Gegenstände nach ihrem Einsatz zusammenzubringen. Dinge, die häufig gemeinsam gebraucht werden, sollten möglichst ohne unnötige Wege erreichbar sein.
Auch Verpackungen können Platz beanspruchen. Bevor du jedoch alles in zusätzliche Vorratsbehälter umfüllst, frage dich, ob dadurch wirklich etwas einfacher wird. Ein neues Behältersystem braucht ebenfalls Platz, Reinigung und Pflege.
Vorhandene Grenzen bewusst nutzen
Eine Schublade oder ein Korb hat eine begrenzte Kapazität. Das kann hilfreich sein.
Wenn die Schublade nicht mehr schließt, muss die erste Frage nicht lauten:
„Wo bekomme ich eine größere Aufbewahrung her?“
Sondern:
„Was soll hier eigentlich dauerhaft liegen?“
Vielleicht enthält die Schublade mehrere Kategorien, die nicht zusammengehören. Vielleicht liegen dort Dinge, die kaum verwendet werden. Oder einige Gegenstände brauchen einen anderen festen Platz.
Auch Beschriftungen können helfen, besonders bei geschlossenen Boxen oder Bereichen, die mehrere Personen nutzen. Sie sind aber kein Muss.
Ein gutes System sollte möglichst verständlich bleiben, ohne dass jedes einzelne Fach detailliert erklärt werden muss.
Vorhandene Dinge umplatzieren
Bevor du neue Aufbewahrung kaufst, lohnt sich ein Blick auf das, was bereits vorhanden ist.
Vielleicht kann:
- eine vorhandene Schale vom Wohnzimmer in den Eingangsbereich wandern;
- ein kaum genutzter Korb eine klarere Aufgabe bekommen;
- ein freies Schrankfach zur Reservezone werden;
- ein vorhandener Haken an seinem aktuellen Platz sinnvoller genutzt werden;
- selten benötigtes Zubehör aus einem täglich genutzten Fach herausgenommen werden.
Gerade das Umplatzieren kann überraschend viel verändern, ohne dass ein neuer Gegenstand hinzukommt.
Wenn es grundsätzlich an Platz fehlt, hilft der Ratgeber Stauraum in der kleinen Wohnung: sinnvoll planen statt alles füllen dabei, zunächst vorhandene Flächen zu prüfen.
Freier Platz ist nicht automatisch ungenutzt
Aufbewahrung muss nicht bis zum Rand gefüllt sein.
Etwas freie Fläche kann sogar funktional sein. Dinge lassen sich leichter zurücklegen, Schubladen bleiben übersichtlich und Veränderungen im Alltag können aufgefangen werden.
Wenn jeder freie Zentimeter bereits belegt ist, führt ein neuer Gegenstand häufig dazu, dass etwas anderes verschoben werden muss.
Deshalb ist das Ziel nicht:
möglichst viel unterbringen
sondern:
das tatsächlich Benötigte leicht zugänglich aufbewahren.
Wann eine Ergänzung sinnvoll sein kann
Manchmal bleibt nach dem Aussortieren, Tauschen und Umplatzieren tatsächlich eine konkrete Lücke.
Zum Beispiel, wenn wenige kleine Dinge regelmäßig keinen festen Ablageort haben oder eine häufig verwendete Kategorie trotz sinnvoller Reduktion keinen geeigneten Platz findet.
Dann kann eine Ergänzung sinnvoll sein.
Für wenige kleine Dinge wie Schlüssel oder Schmuck kann beispielsweise eine Wave Keramik-Ablageschale eine mögliche Lösung sein, wenn genau eine kleine, offene Ablage fehlt.
Wenn Gegenstände stattdessen sinnvoll an einer Wand untergebracht werden sollen, prüfe zunächst, ob der Ort, Untergrund und die Montage zur Wohnsituation passen. Gerade in einer Mietwohnung hilft der Ratgeber Wandfläche in der Mietwohnung sinnvoll nutzen bei dieser Entscheidung.
Vor jedem Kauf sollte klar sein:
- Was genau soll dort aufbewahrt werden?
- Wie viel davon gibt es tatsächlich?
- Wo wird die neue Lösung dauerhaft stehen?
- Wird der Zugriff einfacher?
- Besitzt du bereits etwas, das denselben Zweck erfüllen könnte?
Erst wenn diese Fragen einen echten Bedarf zeigen, lohnt sich die Ergänzung.
Wann du wahrscheinlich nichts Neues brauchst
Eine neue Aufbewahrung ist wahrscheinlich nicht notwendig,
- wenn eine vorhandene Box oder Schale nur am falschen Ort steht;
- wenn selten verwendete Dinge den besten Platz belegen;
- wenn mehrere Kategorien unnötig vermischt sind;
- wenn bereits genügend Stauraum vorhanden ist;
- wenn eine Umplatzierung das Problem löst;
- wenn der neue Behälter lediglich noch mehr Dinge aufnehmen würde;
- wenn du noch nicht genau weißt, was darin dauerhaft liegen soll.
Wenn deine vorhandene Aufbewahrung nach einer kleinen Veränderung funktioniert, ist das bereits die Lösung.
Du musst sie nicht durch etwas Neues ersetzen.
Mit einer kleinen Stelle anfangen
Aufbewahrung muss nicht regelmäßig komplett neu organisiert werden.
Nimm dir lieber einen Bereich vor, der im Alltag wiederholt Schwierigkeiten macht.
Räume ihn durch, ordne häufig und selten Genutztes neu und beobachte anschließend einige Tage, ob der neue Platz funktioniert.
Wenn ein Gegenstand weiterhin wandert, liegt das Problem möglicherweise nicht an fehlendem Stauraum, sondern am Standort.
Die beste Aufbewahrung ist nicht die mit den meisten Boxen, Körben und Fächern. Sie ist diejenige, bei der du im Alltag weniger suchen, weniger umräumen und weniger über die Aufbewahrung selbst nachdenken musst.
Und sehr oft beginnt das nicht mit einem Neukauf, sondern mit einem besseren Blick auf das, was bereits da ist.